Swiss Russian Forum brachte „Singing Switzerland“ nach Russland

Swiss Russian Forum brachte „die Singende Schweiz“ nach RusslandDer berühmte Kinderchor Die Zürcher Sängerknaben begeisterte im Oktober das russische Publikum. Organisiert wurde diese Tournee von der Stiftung "Swiss Russian Forum".

Welchen Bezug hat jedoch eine Wirtschaftsstiftung zum Kulturaustausch und was für Eindrücke hinterliessen Russland und die Russen bei den Schweizer Kindern? Diese Fragen stellte ich der Geschäftsführerin der Stiftung und Organisatorin der Tournee Béatrice G. Lombard.

Wie ist die Idee einer Chortournee in Russland entstanden?

Unsere Stiftung ist eine private Initiative, welche im Januar 2007 gegründet wurde. Wir sind keinem staatlichen Programm untergeordnet, sind politisch- und konfessionsunabhängig und können deshalb unsere eigenen Projekte durchführen. Das Forum hat folgenden Zweck: Informations- und Know-how Austausch auf den Gebieten Wirtschaft, Recht, Finanzen, Wissenschaft und Technologie sowie Medien zwischen der Schweiz, dem Fürstentum Liechtenstein und Russland. Die Kultur wird nicht als separate Plattform, sondern interdisziplinär genutzt: nämlich als Instrument, unsere Plattformen und Menschen aus unterschiedlichen Gebieten zusammen zu bringen.

Und dafür brauchten Sie ein Kulturprojekt?

Die beiden grössten Konzerte fanden in der weltbekannten Moskauer Tschaikowski-Halle und in der restaurierten Glinka-Kapella in Sankt Petersburg statt. Der Chor gab zudem zwei Wohltätigkeitskonzerte für Waisenkinder. Alle 60 jungen Sänger wurden vom Schweizer Botschafter in Moskau Erwin Hofer als Ehrengäste empfangen.

Wie sind Sie auf die Idee einer Chortournee mit den „Zürcher Sängerknaben“ gekommen?

Vor 12 Jahren produzierte ich eine CD mit den Zürcher Sängerknaben – es war ein absolutes Spitzenwerk. Ich dachte mir damals: das muss man nutzen. Vier Tourneen nach Amerika sind daraus entstanden. Ziele solcher Tourneen sind: 1. den Chor bekannt zu machen, 2. den kulturellen Brückenschlag zwischen den zwei Ländern zu fördern und 3. die Buben zu motivieren, denn sie proben drei- bis viermal Mal pro Woche und nehmen drei Mal im Jahr an einem Chorlager teil. Eine harte Arbeit! Es hat aber auch einen wichtigen sozialen Aspekt: Keines dieser Kinder hatte jemals ein Drogenproblem!

Swiss Russian Forum brachte „die Singende Schweiz“ nach Russland

Diese Ziele wurden tatsächlich erreicht: 35 Journalisten kamen zu Pressekonferenz, die Knaben waren überwältigt von den ehrenhaften Empfängen, und vom begeisterten Publikum. Es kam auch zu direkten Kontakten mit russischen Kindern. Erwin Hofer, Schweizer Botschafter in Moskau, nannte diese Tournee "ein kultureller Brückenschlag zwischen den beiden Ländern, der sich positiv auf die Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland insgesamt auswirken wird." Besser könnte es also nicht gehen.

Sie waren während der ganzen Tournee dabei. Welche Eindrücke und Erlebnisse blieben den Kindern in Erinnerung?

Die Reise war voll von Highlights und Eindrücken. Das war ihre erste Reise nach Russland und alles war neu: breite Strassen, riesige Gebäude, unendliche Strecken innerhalb Moskaus und enorme Verkehrsstaus – das war ein Schock! Eindrückliche Gebäude, der berühmte Rote Platz, der Ekaterinen-Palast, die Hermitage, total gastfreundliche Leute –– die Kinder mussten nach ihrer Rückkehr zuerst alles irgendwie verdauern. Das russische Essen hat ihnen allerdings nicht so geschmeckt. Einmal waren sie bei russischen Familien zum Nachtessen eingeladen: den „Borschtsch“ fanden sie „grusig“. Sie konnten nicht verstehen, warum die Russen allen Speisen Dill hinzufügen. Die Knaben haben ein gemeinsames Essen mit dem Mädchenchor des Russischen Radio & TV sehr genossen. Die Mädchen brachten sogar einen selbstgebackenen riesigen Kuchen mit einem Schweizer Kreuz mit. Die St. Petersburger Glinka-Kapella war restlos ausverkauft, und es gab sogar "Standing Ovations" für die  jungen Sänger. In der Tschaikowski Halle haben viele bereits während des Konzertes vom Zuschauerinnen im Publikum Blumen bekommen; fünf Tage später, als wir nach Zürich zurückflogen, stellte ich fest, dass bei einigen Kindern total verwelkte Blumen aus den Rücksäcken hingen! Dieses Ereignis und die wunderbaren Gefühle – eben Russland -  werden sie nie vergessen.

Swiss Russian Forum brachte „die Singende Schweiz“ nach RusslandGibt es eine Fortsetzung dieses Projektes?

So ein Projekt muss unbedingt weiter gehen. Ich werde schauen, ob wir den einen oder anderen Chor aus Russland in die Schweiz bringen können. Es muss allerdings ein sehr guter, quasi professioneller Chor sein. Die Kinder würden dann bei den Eltern der „Zürcherknaben“ untergebracht. Sie sollen nicht nur zum Singen kommen, es muss auch ein Kulturaustausch stattfinden.

Da könnte ich Ihnen vielleicht einen Tipp geben: vor 8 Jahren weilte ein russischer Mädchenchor in der Schweiz auf Tournee. Dieser erntete riesige Begeisterung beim Schweizer Publikum und viel Lob in den Medien. Da würden sich die Zürcher Knaben bestimmt freuen, wenn die Russinnen wieder kommen!

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