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Ist es einer Russin überhaupt möglich, ohne Eheschein mit einem Schweizer eine gute Stelle zu finden oder sich selbstständig zu machen? Das Amt für Wirtschaft und Arbeit gibt eine eindeutige Antwort: „Ausschlaggebend ist, dass die Person hochqualifiziert ist und dass ihr Arbeitgeber den Nachweis erbringt, dass in der Schweiz und in den EU/EFTA-Staaten keine gleichwertige Person für diesen Job zu finden ist.“ Im Jahre 2008 werden in der Schweiz 4000 Arbeitsbewilligungen für Drittstaaten Länder (USA, Osteuropa, Kanada, Südamerika usw.) ausgestellt werden. Für die Schweizer Wirtschaftsbedürfnisse braucht man gut ausgebildete Personen. Dabei spielt die Nationalität keine Rolle.
Als Fortsetzung zum Thema „Was machen die Russinnen in der Schweiz“ (aktuelle SRM Ausgabe) wollen wir eine Rubrik beginnen, welche in der Schweiz lebende Russen und Russinnen porträtiert. Da wir nicht auf verkaufsquotensteigernde Schlagzeilen angewiesen sind, werden unsere Reportagen auch ganz normalen Menschen gewidmet. Im Gegensatz zu den beliebten Klischees (Eheschliessung oder Cabaret-Tänzerinnen) haben sie die Schweiz zu Studienzwecken oder für die Verwirklichung ihrer beruflichen Ansprüche gewählt. Sie nehmen ihr Leben selbstständig in die Hand, zahlen Steuern und leisten einen entsprechenden Beitrag zum Wohl der Eidgenossenschaft. Auch die Schweizer und Schweizerinnen, die etwas in Russland bewirkt haben, werden Inhalt unserer Berichte in der Rubrik „Interkulturelles“ sein.Und hier ist unsere erste Story. Die junge Russin, Aviva Fleismane, 29, wohnt seit 2 1/2 Jahren in der Schweiz. Vorgeschichte: Matura in Riga (Heimatstadt) und anschliessend Wirtschaftsstudium an der Bochumer Universität, Deutschland, wohin sie mit ihrer Familie im Jahre 1998 eingewandert war. Nach dem Uni-Abschluss suchte sie ihre erste Stelle in der Schweiz. Nicht ohne Erfolg. Wir trafen uns in einer Bar im Zürcher Seefeld.
Aviva, warum wolltest du in die Schweiz kommen und nicht in Deutschland bleiben? In der Schweiz expandiert zurzeit die Wirtschaft, dadurch entstehen grosse Chancen, eine interessante und gut entlöhnte Arbeit zu finden und sich beruflich zu realisieren. „PricewaterhouseCoopers“ Und du hast dir diese Chance nicht entgehen lassen! Du hast eine Stelle in einer namhaften Consulting Firma gefunden, in einer Firma, welche für viele Schweizer eine Traumadresse ist. Wie ist dir, einer Ausländerin, das gelungen? Also: Highheels, kurzer Rock, tiefer Ausschnitt, reichlich Make-up…(lacht) - das hilft sicher nicht! Wissen und Erfahrungen sind gefragt. Beim Vorstellungsgespräch muss man möglichst dezent, selbstbewusst und gelassen auftreten, nicht auffällig wirken, und versuchen, locker zu bleiben. Wenn dir z.B. ein Kaffee angeboten wird, solltest du unbedingt annehmen; oder wenn Kekse oder Schokolade auf dem Tisch liegen, solltest du probieren. Es ist sehr wichtig, sich frei (aber nicht aufdringlich) zu benehmen. Die Kleidung soll formell sein, Business Look. Mein Tipp: wenig Kosmetik, ordentliche Haare, keine bunten Kleidungsstücke, und wenn ein Rock, dann auf Knielänge. Wie hast du erfahren, dass eine Stelle offen ist? Meine Stelle war gar nicht ausgeschrieben. Ich wollte unbedingt in dieser Firma und in diesem Bereich arbeiten und habe mich blind beworben. Ich kannte PWC noch von meiner Praktikantenstelle während des Studiums in Deutschland. Ich arbeite auf einem Gebiet, welches unter gewöhnlichen Studiumsabsolventen wenig bekannt ist, und hatte das Glück, in Deutschland während des Studiums bei einer anderen Firma auf demselben Gebiet gearbeitet zu haben. Ich denke, gerade meine Arbeitserfahrungen waren der ausschlaggebende Faktor, um diesen Job zu bekommen. Und wahrscheinlich war es auch der richtige Zeitpunkt. War es schwierig, eine Arbeitsbewilligung zu bekommen? Ich hatte schon einen deutschen Pass und eine Arbeitsbewilligung für die Schweiz – zuvor habe ich einige Monate bei einer ähnlichen Firma in St. Gallen gearbeitet. Ich denke jedoch nicht, dass jemand, der einen anderen Pass hat, bei der Bewerberauswahl benachteiligt wäre. Man kann sagen, du wusstest, was du willst und hast es dir als Ziel gesetzt und erreicht. Gratulation! Worin bestehen deine Aufgaben in der Firma? Ich bin in verschiedenen Projekten engagiert. Unsere Kunden sind grosse internationale Konzerne, hauptsächlich mit Hauptsitz in der Schweiz, welche ihre Steuerstruktur optimal gestalten wollen. Ich beschäftige mich mit Unternehmens- und Marktanalysen und bereite bestimmte Dokumentationen für die Steuerbehörden vor. Mein Job ist sehr abwechslungsreich und stellt ständig neue Herausforderungen – genau das mag ich. Die interkulturellen Fragen sind das zentrale Thema aller unserer Berichte in dieser Rubrik. Schreiben Sie uns (
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) über Ihre interkulturellen Erlebnisse oder berichten Sie uns über Personen, welche ihr eigenes Land (Russland bzw. die Schweiz) verlassen haben, um sich beruflich im Ausland (in der Schweiz bzw. in Russland) zu etablieren, und was daraus geworden ist. Wir sind auch gespannt zu wissen, ob für Sie der kulturelle Hintergrund ein Hindernis oder eine Bereicherung in Ihrem Auswahlland ist? Darüber wird unsere nächste Reportage sein. Artikel zitieren | Aufgerufen: 10125 | E-Mail
1. ohne Titel Geschrieben von:
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, am 05-03-2008 20:35 , IP: 84.227.147.215 Zum Thema möchte ich folgendes hinzufügen: Aviva hatte das Glück mit ihrer Familie nach Dutschland auswandeln zu können und dort die Deutsche Stattsangehörigkeit zu erlangen. Die Gründe warum sie das konnte, wenn man den Namen genauer liest, sind offensichtlich. Da muss man nicht zur Elite gehören. Das Problem der Arbeitsbewiligung bestand bei ihr gar nicht. Gemäss billateralen Abkommen zwischen Schweiz und Deutschland konnte sie problemlos die Arbeit wie viele Deutsche und andere EU-Bürger in der Schweiz finden. Sonst stimmt allerdings immernoch, dass man als Russin oder Russe hier kaum den Fuss fassen kann ohne dass an heiratet, oder sogar eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft offiziell registrieren lässt. 
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2. Bericht unpassend Geschrieben von:
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, am 18-02-2008 13:54 , IP: 138.190.32.7 Hallo, ich denke der Bericht passt keinesfalls zum Titel. Aviva hat ja einen deutschen Pass, daher ist kein Nachweis nötig dass keine vergleichbare Person aus einem EU/EFTA-Staaten gefunden werden kann
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3. Arbeit Schweiz Geschrieben von:
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, am 13-02-2008 07:35 , IP: 83.228.216.150 Hallo, das stimmt, aber die meisten Russinnen haben nicht diese Chance zu studieren und nach Deutschland einzureisen, für "normale" ist es NICHT möglich in die Schweiz zu reisen und eine Arbeit zu finden. Ich bin selber gut ausgebildet und seit 2 Jahren in der Schweiz, suche immer noch Arbeit, fast alles, nur nicht putzen!! Ich möchte solche Geschichten lesen und nicht der obersten Elite!
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