Russische Neujahrstraditionen

Die russischen Weihnachts- und Neujahrs-Traditionen sind rund zwei Jahrhunderte alt. Das Neujahrsfest, so wie wir es heute kennen, gibt es in Russland jedoch erst 70 Jahren.

Russische NeujahrstraditionenIn der Zeit vor Peter dem Grossen wurde der Jahresbeginn etliche Male verschoben. Vor der Annahme des Christentums fiel er mit dem Frühlingsanfang zusammen. Ab 10. Jahrhundert feierte man ihn am 1. März und seit dem 15. Jahrhundert am 1. September. Dies ist heute noch der Beginn des russisch-orthodoxen Kirchenjahres.

Das moderne Neujahrsfest, das am 1. Januar begangen wird, haben wir Peter dem Grossen zu verdanken, der mit Ukas vom 20. Dezember 1699 verfügte, die Zeitrechnung sei dem Weihnachtsfest anzupassen und das Jahr beginne am 1. Januar, so wie er es in Westeuropa kennen gelernt hatte. Der Reformzar führte Neujahrsbräuche ein, wie die gegenseitigen Glückwünsche, das Aufstellen echter Tannenbäume, Jolka genannt, Feuerwerke und anderes mehr. So wurde bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gefeiert. Nach der Oktoberrevolution wurden sowohl Sylvester als auch Weihnachten kurzerhand abgeschafft – als „Überreste der bürgerlichen Vergangenheit“, die es auszurotten galt. Erst Ende 1935 wurde das Neujahrsfest offiziell wieder eingeführt.

Neujahr wurde zum alljährlich heiss ersehnten Lieblingsfeiertag, zur symbolreichen Tradition. Seit 1990 ist auch die am 7. Januar gefeierte Geburt Christi, also das Weihnachtsfest, wieder ein arbeitsfreier Tag. Heute sorgen Weihnachten und Neujahr für eine wahrlich magische Stimmung in den ersten Januartagen. Wir warten alle ungeduldig auf die Silvesternacht und glauben fest daran, dass unsere beim Schlagen der Turmuhr und Klirren der Sektgläser gefassten guten Vorsätze und Wünsche sich erfüllen.

Mit dem Neujahrsfest verbinden die Menschen grosse Hoffnungen und Träume. Man lässt das vergangene Jahr Revue passieren und nimmt sich für die 12 Monate des kommenden Jahres Einiges vor. Und wenn wir uns „Prosit Neujahr“ und „Alles Gute fürs Neue Jahr“ wünschen, so sind wir uns zumeist nicht bewusst, dass wir eigentlich „sternsingen“ und mit unseren guten Wünschen neue Hoffnungen, Träume und Erwartungen verbreiten sowie uns und allen anderen versichern, dass alles gut wird. Wenn man bedenkt, dass bei diesem Fest der alte Brauch bewahrt wird, "das Glück herbeizurufen und das Unheil zu vertreiben", erhält man auf ganz eigene Art neuen Elan für das gesamte Jahr. Aus dieser Zeit ergeben sich auch die Rituale der Neujahrsfeier: kein Fest ohne Neujahrsbaum! Unsere Vorfahren behandelten Bäume wie Lebewesen und glaubten, dass in den immergrünen Zweigen gute Geister überwinterten. Deswegen brachte man ihnen Gaben dar und dekorierte die dichten Zweige mit Geschenken. Daher stammt der Brauch, eine frisch duftende Tanne zu schmücken. Eine reich gedeckte Festtafel sorgte nach altem Glauben für Wohlstand das ganze Jahr über und wurde als Gewähr für den Reichtum der Familie angesehen. Es hiess, „ein feudaler Neujahrsschmaus bedeutet, das ganze Jahr über einen vollen Becher zu haben“. In diesem Sinne unterscheidet sich ein russisches Neujahrsmahl erheblich vom Schweizer Fondue oder einem Menu mit drei Gängen. Für unsere russischen Frauen ist Neujahr mit einer schlaflosen Nacht vor dem Feiertag verbunden, die damit verbracht wird, kulinarische Köstlichkeiten für die Gäste herbei zu zaubern. Ohne dies wäre eine russische Neujahrsfeier kein richtiges Fest.

Hier in der Schweiz habe ich viele Male von meinen russischen Bekannten gehört, dass sie unser russisches Neujahr vermissen - die Fröhlichkeit, die Begeisterung, die Stimmung. Viele von ihnen fahren weit, um unsere ganz besondere russische Atmosphäre grenzenloser Ausgelassenheit zu erleben und dann den Rest des Jahres von den Erinnerungen zu zehren.

Jetzt braucht man jedoch nicht mehr nach Russland zu reisen, um ein echt russisches Neujahr zu erleben. Das Zürcher „Russische Neujahr“ hat schon fast Tradition. In diesem Jahr wird eine besonders grandiose Feier im exklusiven Schloss Sihlberg stattfinden - mit echter russischer Festtafel und Kurzweil à la russe.


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  Kommentare (1)
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1. Russische Neujahrstraditionen
Geschrieben von: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , am 02-12-2007 16:49 , IP: 84.227.213.47
:) Interessanter Einblick in die russischen Neujahrstraditionen.

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